VdPK
21. September 2018  

Koalition knickt bei Medikamentenrabatten ein

Philipp Rösler, der noch im Februar dieses Jahres angekündigt hat, er werde das Preismonopol der Pharmaindustrie brechen, wird von der Koalitionspolitik im Stich gelassen. Die Absicht des Ministers war, den gemeinsamen Bundesausschuss zur ermächtigen, anhand von neu zu erstellenden Studien der Hersteller zu prüfen, wie groß der therapeutische Nutzen eines neuen Präparats im Vergleich zu bekannten Medikamenten ist. Das neue Medikament darf für Kassenpatienten nicht teuer als das bisherige abgegeben werden, wenn der Zusatznutzen nur gering ist.

Nun jedoch haben sich die Koalitionäre auf Drängen der Industrie entschlossen, Medikamente für 7.000 seltene Erkrankungen von der Nutzenprüfung auszunehmen, da es für diese Arzneien ohnehin keine Alternativen gebe. Der Chef des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Jürgen Windeler, und andere Experten warnen jedoch, die Ausnahmeregelung könne das ganze Gesetz zum wirkungslosen Papiertiger machen, denn sie sei eine Einladung an die Unternehmen, künftig neue Präparate vorrangig als für seltene Erkrankungen geeignet auf den Markt zu bringen.

Wie das Handelsblatt in seiner Ausgabe am 27.10.2010 berichtet, haben die Warnungen auch das Ministerium nachdenklich gemacht. Bis Donnerstag soll entschieden werden, ob die Ausnahme bestehen bleiben kann oder es einen anderen Weg gibt, die Hersteller an dem Unterlaufen der Arzneimittelreform zu hindern.

Fr, 28.Sep.18 11:00 - Fr, 28.Sep.18 16:00

1. Sitzung des Vorstandes des BDPK

Berlin

Mi, 21.Nov.18 11:00 - Mi, 21.Nov.18 16:00

Fachausschuss Rehabilitation und Pflege

Berlin

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