Fakten und Meinungen
Deutsche Krankenhäuser sind "stinksauer"
Wie der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Alfred Dänzer, in dieser Woche mitgeteilt hat, sind durch den zunehmenden Kostendruck aufgrund der Krankenhausfinanzierungs-Gesetze seit Anfang der neunziger Jahre mehr als 110.000 Vollzeitstellen in der Krankenpflege vernichtet worden. Mit den neuen Tarifabschlüssen des Jahres 2012 werden weitere Probleme entstehen, da der Deckel der Krankenhausbudgets nur um 1,48 % steigen darf. Da trotz der Überschüsse der Krankenkassen von 15 Milliarden die Zwangs-Sparauflagen für die Jahre 2011 und 2012 in Höhe von 1,3 Milliarden Euro von der Politik nicht zurück genommen werden, wird dies nur durch den Abbau weiterer Stellen in den deutschen Krankenhäusern refinanziert werden können. Dennoch gehen Experten davon aus, dass bei Beibehaltung der derzeitigen Finanzierungs-Methodik jedem dritten Krankenhaus in Deutschland die Pleite droht.
20.000 Stellen in deutschen Krankenhäusern gefährdet
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts der für die beiden nächsten Jahre ausgehandelten Lohnsteigerungen im öffentlichen Dienst vor der Vernichtung von 20.000 Stellen zulasten der Patienten gewarnt. Die Krankenhäuser seien aufgrund der unzähligen Sparmaßnahmen der Vergangenheit nicht mehr in der Lage, die jetzt vereinbarten Lohnsteigerungen zu schultern, ohne notwendiges Personal zu entlassen.
Alarmstimmung bei der Hessischen Krankenhausgesellschaft
Die Hessische Krankenhausgesellschaft sieht den jüngsten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst als eine absolute Bedrohung für die Zukunft der Krankenhäuser. Sie wird die Bevölkerung in einer Kampagne über die schwierige wirtschaftliche Situation ihrer Mitgliedshäuser informieren und Unterschriften für eine bessere finanzielle Ausstattung der medizinischen Einrichtungen sammeln.
Dänzer wehrt sich vehement gegen den Vorwurf der Falschabrechnung
Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Alfred Dänzer, ist empört: "Es ist unverschämt, den Krankenhäusern strafbewehrtes Verhalten zu unterstellen!" Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag will unter anderem eine Gesetzesänderung durchsetzen, nach der die Krankenhäuser bei Falschabrechnungen der Kasse zur Strafe zusätzlich noch einmal die Hälfte des Streitwertes zu überweisen haben.
Krankenkassen fahren Reha-Leistungen weiter zurück
Die vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegten Jahresergebnisse der Ausgaben gesetzlicher Krankenkassen im Jahre 2011 zeigen erneut, dass die Krankenkassen an Leistungen für Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen sparen.
Berufsgruppe der Pflegenden knapp hinter den Feuerwehrleuten!
Bei dem alljährlich von der Zeitschrift "Reader´s Digest" durchgeführten "European Trusted Brands" belegte die Berufsgruppe der Pflegenden mit 92 % Zuspruch bei den in Deutschland Befragten hinter den Feuerwehrleuten (95 %) den zweiten Platz. Es folgen in der Vertrauensskala des Jahres 2012 die Berufspiloten (91 %), Apotheker (87 %) und die Ärzte (84 %). Am untersten Ende der langen Liste finden wir die Politiker (8 %).
Mehr als 60 Milliarden Euro für Krankenhäuser
Im Jahre 2011 sind die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen für die Krankenhäuser im Vergleich zu anderen Sektoren des Gesundheitswesens überproportional gestiegen. Sie lagen bei mehr als 60 Milliarden Euro, was den Spitzenverband der Krankenkassen dazu bewogen hat, erneut Reformen einzufordern. Dies bedeutet eine Steigerung von mehr als 4,2 %. Dem gegenüber lagen die durchschnittlichen Steigerungen bei sämtlichen Leistungsausgaben der Krankenkassen nur bei 2,5 %. Der Vize-Chef des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, fordert daher erneut Strukturreformen bei den Krankenhäusern. Vor allem bringt er wieder die Direktverträge zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern ins Gespräch: "Wenn Krankenkassen planbare Leistungen ausschreiben dürfen, können sie gezielt auf Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Patientenversorgung hinwirken."
Ab 2013 staatliche Zuschüsse für die private Pflegevorsorge
Die Bundesregierung will nach dem Vorbild der "Riester-Rente" auch die private Vorsorge in der Pflege mit staatlichen Mitteln unterstützen. Hierauf einigten sich Finanzminister Wolfgang Schäuble und Gesundheitsminister Daniel Bahr. In einer von beiden Ministern eingesetzten gemeinsamen Arbeitsgruppe einigte man sich auf eine Kombination aus direkten staatlichen Zuschüssen für Geringverdiener sowie eine steuerliche Abzugsfähigkeit der Privatvorsorge bei der Steuererklärung. Im kommenden Jahr will der Bund hierfür rund 200 Millionen Euro bereitstellen.
Daniel Bahr schafft die Umsetzung der Pflegereform nicht
Die Kosten der vom Gesetzgeber vorgesehenen Verbesserungen im Pflegebereich, die vor allem Demenzkranken zu Gute kommen sollen, werden von rund 1 Mrd. im nächsten Jahr auf rund 1,5 Mrd. Euro jährlich steigen.
Bundesfreiwilligendienst überraschend stark gefragt
Entgegen allen ursprünglichen Befürchtungen ist der Bundesfreiwilligendienst für junge Menschen durchaus attraktiv. Nach einer Umfrage des Bundesfamilienministeriums rechnen die Träger des Dienstes im Jahre 2012 mit rund 60.000 Interessenten.
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