Rehakliniken befürchten „Brain-Drain“ in die Akutkrankenhäuser

Geplantes Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) schwächt Rehakliniken

Wiesbaden, 7. November 2018. Mit Sorge sehen die Rehakliniken im Lande diesem Freitag entgegen. Denn dann findet die 2./3. Lesung des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) im Bundestag statt. Das geplante Gesetz soll u.a. die Pflege in den Akutkrankenhäusern stärken. Künftig sollen Tarifsteigerungen und zusätzliche Stellen durch die Krankenkassen voll refinanziert werden. Was durchaus positiv für die Krankenhäuser ist, könnte für die Rehakliniken verheerende Folgen haben.„Wir befürchten eine Abwanderung von gut ausgebildeten Pflegekräften in die Krankenhäuser. Die Löhne in den Akutkliniken sind seit jeher höher, weil die Preisentwicklung in den Rehakliniken gesetzlich durch die Grundlohnrate gedeckelt ist. Uns fehlen somit Refinanzierungsmöglichkeiten, um mit dem jetzigen aber auch künftigen Gehaltsgefüge in den Akutkliniken mitzuhalten“, so Georg Freund, Vorsitzender der Fach-Arbeitsgemeinschaft Reha der Landesverbände der Privatkliniken in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland e.V.

Der „Brain-Drain“ in die Akutkrankenhäuser könnte dazu führen, dass die Anschlussversorgung für Patienten beispielsweise nach Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebserkrankung gefährdet ist, weil Personal in Rehakliniken fehlt. Daher rufen die Landesverbände der Privatkliniken in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland e.V. den Gesetzgeber auf, dringend auch Refinanzierungsmöglichkeiten für Rehakliniken im PpSG zu verankern. „Rehabilitationseinrichtungen sind ein wichtiger Pfeiler in der Versorgungskette. Zahlreiche Studien belegen, dass Rehabilitation hilft, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und Erwerbstätigkeit zu erhalten. Diesen volkswirtschaftlichen Beitrag gilt es zu honorieren“, erklärt Freund abschließend.

Den Landesverbänden der Privatkliniken in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland e.V. gehören 37 Rehabilitationseinrichtungen mit insgesamt 7.036 Reha-Betten an.

 

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