Reha-Kliniken fordern Verlängerung des Rettungsschirms

Umfrage: Belegungssituation normalisiert sich frühestens 2021

Frankfurt, 15.9.2020. Im zweiten Quartal ist die Belegung in den Reha-Kliniken drastisch eingebrochen wie die Ergebnisse einer Umfrage der Landesverbände der Privatkliniken in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zeigen. An dieser beteiligten sich 54 Reha-Kliniken. Die Reha-Kliniken Betreiber rechnen erst in 2021 mit einer Normalisierung der Belegungssituation und fordern daher eine Verlängerung der bestehenden finanziellen Hilfen für Erlösausfälle im GKV-Bereich. Diese sind derzeit bis zum 30. September 2020 befristet.

„Wir hoffen, dass im Rahmen des Gesetzgebungsverfahren zum Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) noch ein Änderungsantrag eingebracht wird, der eine finanzielle Unterstützungsleistung für Erlösausfälle im GKV-Bereich für die Reha vorsieht. Darüber hinaus erachten wir es für dringend notwendig, dass eine Regelung zur Finanzierung Corona-bedingter Mehrkosten in der Rehabilitation für die Zeit vom 01.01. – 31.12.2021 im KHZG verankert wird“ so Georg Freund, Vorsitzender der Facharbeitsgruppe Reha im Landesverband der Privatkliniken in Hessen e.V.

Belegung im zweiten Quartal halbiert

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Belegung sich in den Reha-Kliniken im zweiten Quartal 2020 quasi halbiert hat. Normalerweise wären die Reha-Kliniken im Schnitt zu 94% belegt gewesen. Im April 2020 lag die Belegung jedoch nur noch bei 43%. Im Mai bei 46% und im Juni, nach den allmählichen Lockerungen der Allgemeinverfügungen, bei 65%.

Auch nach dem Sommer sind viele Reha-Kliniken noch weit davon entfernt, die Vorjahreszahlen zu erreichen. Das liegt zum einen daran, dass die Corona-bedingten Hygieneanforderungen einer höheren Belegung entgegenstehen und zum anderen daran, dass Patienten immer noch sehr zurückhaltend sind, medizinische Eingriffe oder Rehabilitationsmaßnahmen durchführen zu lassen.

„Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsatzerlöse der befragten Kliniken im zweiten Quartal um 39% zurückgegangen. Die bestehenden finanziellen Ausgleichsregelungen konnten die Erlösrückgänge zu 18 % kompensieren. Ein Großteil der Einbußen mussten die Reha-Kliniken selbst schultern. Derzeit ist nicht abzusehen, dass die Belegung in 2020 noch einmal Vorjahresniveau erreichen wird. Wir brauchen daher noch länger die Unterstützung der Politik, um die Rehabilitation in Deutschland langfristig zu sichern“, so Freund.

Finanzieller Schutzschirm schließt sich

Auf Bundesebene wurden mit dem COVID-19 Krankenhausentlastungsgesetz und dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) Ende März Regelungen geschaffen, um die Einnahmeausfälle der Reha-Kliniken durch den Belegungsrückgang mit GKV- und DRV-Patienten teilweise zu kompensieren. Für Einnahmeausfälle im GKV-Bereich sieht das COVID-19 Krankenhausentlastungsgesetz für leerstehende Betten im Zeitraum vom 16. März bis 30.09.2020 Ausgleichszahlungen in Höhe von 60% des durchschnittlichen Vergütungssatzes vor. Für den DRV-Bereich sieht das SodEG in der Zeit vom 01.04.2020 bis 30.09.2020 einen monatlichen Zuschuss von bis zu 75% des durchschnittlichen monatlichen Vorjahresumsatzes für die Einrichtungen vor. Beim SodEG muss allerdings Kurzarbeitergeld in Abzug gebracht werden.

Am 9. September 2020 hat das Bundeskabinett beschlossen, die Geltungsdauer des SodEG bis zum 31.12.2020 zu verlängern. Noch ist unklar, ob auch die Regelungen aus dem COVID-19 Krankenhausentlastungsgesetz (§111d SGB V) über den 30.09.2020 Gültigkeit haben werden.

Die Ergebnisse der Verbandsumfrage sind über folgende Seite abrufbar: https://www.vdpk.de/2020/09/14/umfrage-zur-situation-der-reha-kliniken/

Umfrage zur Situation der Reha-Kliniken

Im August 2020 haben die Landesverbände der Privatkliniken in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Umfrage zur wirtschaftlichen Situation der Reha-Kliniken durchgeführt. An dieser beteiligten sich 54 Einrichtungen. Diese verfügen insgesamt über 11.924 Reha-Betten und haben im Jahr 2019 170.177 Patienten stationär behandelt. In den 54 Kliniken arbeiten 10.513 Menschen. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen […]